MAS-Programm in Raumplanung ETH Zürich 2017/19 Studienprojekt 1:
Winterthur 2050 – einzigartig vielfältig

Ziel des Studienprojekts ist es, für Winterthur Strategien für die integrierte räumliche Entwicklung im Bestand bis ins Jahr 2050 aufzuzeigen.

Winterthur ist mit rund 113‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern die sechstgrösste Stadt der Schweiz. Sie ist Teil des Metropolitanraums Zürich und verfügt über eine hervorragende Anbindung an das regionale und nationale Verkehrsnetz. Die Stadt ist geprägt von ihrer industriellen Vergangenheit und von ausgedehnten Gartenstadtsiedlungen. Aufgrund der relativ geringen baulichen Dichte im Bestand verfügt die Stadt in den heutigen Bauzonen über ausreichend Reserven, um das prognostizierte Bevölkerungswachstum von 20‘000 bis 35‘000 Personen bis ins Jahr 2045 aufzunehmen.

Neben dieser positiven Ausgangslage sollte Winterthur Strategien entwickeln, um künftige nachteilige Auswirkungen dieses Wachstums zu verhindern. Dies betrifft insbesondere soziale Aspekte. So stieg in den letzten Jahren die Sozialhilfequote resp. die soziale Belastung in einzelnen Aussenquartieren deutlich an. Hinzu kommt der Trend, dass sich das Durchschnittsalter der Schweiz – und damit auch dasjenige Winterthurs – bis 2050 massgeblich erhöhen wird. Zudem ist anzustreben, dass eine Entwicklung im Bestand erfolgt und es nicht zu einer weiteren Ausdehnung des bereits heute sehr grossflächigen Siedlungsgebiets kommt.

Damit Winterthur auch im Jahr 2050 eine lebenswerte Stadt für alle ist und keine Konzentration sozialer Probleme entsteht, erachten wir es als entscheidend, die genannten Probleme aktiv anzugehen. Dazu wird die Stärkung der einzelnen Quartiere in den Stadtkreisen, den ehemals eingemeindeten Dörfern, von grosser Bedeutung sein. Die historischen Ortskerne dienen als Zentren und Begegnungsorte der Quartiere. Sie stärken deren Identität, was wiederum dazu beiträgt, dass wesentliche Anteile der Ent- wicklung im Bestand erfolgen. Die Vielfalt der einzelnen Quartiere in den Stadtkreisen ist heute schon gross. Diese einzigartige Vielfalt soll genutzt werden, um die Stadt Winterthur als Ganzes zu stärken. Der Fokus wird auf die polyzentrische Struktur gelegt und die Quartiere mit ihren historischen Ortsker- nen sollen gestärkt werden. Dies führt zu einer attraktiven und leistungsstarken Stadt. Die räumliche Strategie dazu wird exemplarisch am Quartier Wülflingen aufgezeigt.

Nina Dajcar, Dr. iur. / Adrian Duss, MSc Geografie / Susanna Etter, MSc Umweltnaturwissenschaften / Elena Fontana, MSc Architektur / Katharina Frischknecht, lic. phil. | MAS Gerontologie Berner Fachhochschule Cyrille Gallin, Dipl. Bauingenieur

Zürich, im Juni 2018